Ratgeber · 6 Min. Lesezeit

ETF-Sparplan: Was aus 50, 100 oder 250 € im Monat wird

Was bringt ein ETF-Sparplan mit 50, 100 oder 250 € im Monat? Tabellen für 10 bis 40 Jahre bei 5 und 7 %, dazu Schwankungen, Kosten und Dynamik erklärt.

Von Hyun Ji Lee ·

Ein ETF-Sparplan legt jeden Monat automatisch einen festen Betrag in einen Indexfonds an. Schon kleine Raten können über Jahrzehnte zu einem beachtlichen Vermögen wachsen, weil der Zinseszins mit der Zeit immer stärker wirkt. Hier siehst du, was aus 50, 100 und 250 € im Monat werden kann und welche Faktoren das Ergebnis verändern.

So funktioniert ein ETF-Sparplan

Ein ETF (Exchange Traded Fund) bildet einen Index nach, zum Beispiel einen weltweiten Aktienindex mit über tausend Unternehmen. Mit einem Sparplan kaufst du jeden Monat Anteile für einen festen Betrag. Ist der Kurs niedrig, bekommst du mehr Anteile, ist er hoch, weniger. Du musst dich also nicht um den richtigen Einstiegszeitpunkt kümmern.

Erträge wie Dividenden werden bei thesaurierenden ETFs automatisch wieder angelegt. Bei ausschüttenden ETFs kannst du sie selbst reinvestieren. In beiden Fällen entsteht der Zinseszinseffekt: Auch die Erträge erwirtschaften wieder Erträge.

Tabelle: Was aus deiner Sparrate werden kann

Die folgenden Werte zeigen das Endkapital bei einer konstanten Durchschnittsrendite. Annahmen: Einzahlung zum Monatsanfang, jährliche Gutschrift der Erträge, keine Kosten, keine Steuern, kein Startkapital.

Bei 5 % Rendite pro Jahr

Monatliche Rate 10 Jahre 20 Jahre 30 Jahre 40 Jahre
50 € 7.751 € 20.377 € 40.943 € 74.443 €
100 € 15.502 € 40.754 € 81.886 € 148.886 €
250 € 38.756 € 101.884 € 204.715 € 372.214 €

Bei 7 % Rendite pro Jahr

Monatliche Rate 10 Jahre 20 Jahre 30 Jahre 40 Jahre
50 € 8.604 € 25.530 € 58.825 € 124.323 €
100 € 17.208 € 51.060 € 117.651 € 248.646 €
250 € 43.021 € 127.650 € 294.127 € 621.614 €

Eingezahlter Betrag zum Vergleich

Monatliche Rate 10 Jahre 20 Jahre 30 Jahre 40 Jahre
50 € 6.000 € 12.000 € 18.000 € 24.000 €
100 € 12.000 € 24.000 € 36.000 € 48.000 €
250 € 30.000 € 60.000 € 90.000 € 120.000 €

Was die Tabellen zeigen

Zeit ist der größte Hebel. Mit 100 € im Monat und 7 % Rendite hast du nach 20 Jahren rund 51.000 €. Nach 40 Jahren sind es fast 249.000 €, also knapp das Fünffache, obwohl du nur doppelt so viel eingezahlt hast. Von den 248.646 € stammen 48.000 € aus deinen Einzahlungen und rund 200.600 € aus Erträgen.

Früh anfangen schlägt mehr einzahlen. Wer 40 Jahre lang 100 € spart, kommt bei 7 % auf 248.646 €. Wer erst 20 Jahre später startet und dafür 200 € im Monat spart, hat am Ende 102.120 €, obwohl beide insgesamt 48.000 € eingezahlt haben.

Die Rendite macht über lange Zeit viel aus. Nach 40 Jahren liegt der Unterschied zwischen 5 und 7 % bei 100 € Sparrate bei knapp 100.000 €. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf Kosten, die die Rendite Jahr für Jahr schmälern.

Mit dem Sparplan-Rechner kannst du deine eigene Rate, Laufzeit und Rendite eingeben und den Verlauf Jahr für Jahr ansehen.

Sind 5 oder 7 % realistisch?

Breit gestreute Aktienindizes haben in der Vergangenheit über lange Zeiträume im Durchschnitt Renditen in dieser Größenordnung erzielt. Das ist aber keine Garantie für die Zukunft. Die tatsächliche Rendite deines Sparplans kann höher oder niedriger ausfallen, im ungünstigen Fall auch deutlich.

Die Tabellen rechnen mit einer gleichmäßigen Rendite. In der Realität geht es mal steil nach oben, mal kräftig nach unten. Weltweite Aktienindizes haben in der Finanzkrise 2008/2009 zeitweise rund die Hälfte ihres Werts verloren. Auch in normalen Jahren sind Rückgänge von 10 bis 20 % keine Seltenheit.

Warum Schwankungen am Ende besonders zählen

Am Anfang eines Sparplans sind Kursrückgänge kaum ein Problem. Du kaufst dann günstig nach und hast noch wenig Kapital im Markt. Kurz vor dem Ende sieht es anders aus: Fällt der Markt im letzten Jahr um 30 %, trifft das dein gesamtes angespartes Vermögen. Viele Anleger schichten deshalb in den letzten Jahren vor einem festen Ziel schrittweise in schwankungsärmere Anlagen um.

Geld, das du in den nächsten Jahren sicher brauchst, gehört daher eher nicht in einen Aktien-ETF. Eine Rücklage auf dem Tagesgeldkonto schützt dich davor, in einem Tief verkaufen zu müssen.

Kosten: kleine Prozente, große Wirkung

Jeder ETF hat laufende Kosten, angegeben als TER (Total Expense Ratio). Bei breit gestreuten Index-ETFs liegt sie häufig zwischen 0,1 und 0,3 % pro Jahr. Aktiv gemanagte Fonds kosten oft 1,5 % oder mehr.

Vereinfacht ziehst du die TER von der Rendite ab. Bei 250 € im Monat über 30 Jahre ergibt sich:

Rendite vor Kosten Kosten (TER) Rendite nach Kosten Endkapital
7 % 0 % 7,0 % 294.127 €
7 % 0,2 % 6,8 % 283.457 €
7 % 1,5 % 5,5 % 223.780 €

Der teure Fonds kostet dich hier rund 70.000 € gegenüber dem Modell ohne Kosten. Warum das so viel ist, erklärt der Artikel zu Fondskosten und TER. Rechnen kannst du es mit dem Fondskosten-Rechner.

Neben der TER können Ordergebühren pro Sparplanausführung anfallen. Bei kleinen Raten wie 50 € fällt schon eine Gebühr von 1 € mit 2 % pro Kauf ins Gewicht.

Dynamik: die Sparrate mitwachsen lassen

Mit einer Dynamik erhöhst du deine Sparrate jedes Jahr um einen festen Prozentsatz, etwa passend zu Gehaltserhöhungen. Das gleicht auch die Inflation aus, die deine feste Rate real immer kleiner werden lässt.

Beispiel: Du startest mit 100 € im Monat und erhöhst die Rate jedes Jahr um 2 %. Bei 7 % Rendite über 30 Jahre:

Variante Rate im 30. Jahr Eingezahlt Endkapital
ohne Dynamik 100,00 € 36.000 € 117.651 €
mit 2 % Dynamik 177,58 € 48.682 € 144.500 €

Durch die Dynamik zahlst du 12.682 € mehr ein und hast am Ende 26.849 € mehr. Die Rate steigt dabei so langsam, dass du es im Alltag kaum merkst.

Steuern nicht vergessen

Die Tabellen zeigen Werte vor Steuern. In Deutschland fallen auf Erträge aus ETFs Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag an, bei Aktien-ETFs gilt eine Teilfreistellung von 30 %. Bei thesaurierenden ETFs wird zudem jährlich die Vorabpauschale berechnet. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person bleibt steuerfrei. Wie das zusammenspielt, erklärt der Artikel Steuern auf Kapitalerträge.

Denk außerdem an die Inflation: 250.000 € in 40 Jahren sind nicht so viel wert wie 250.000 € heute. Mehr dazu im Artikel Inflation und Kaufkraft.

Kurz gesagt

  • Schon 50 € im Monat können über 40 Jahre bei 7 % auf über 120.000 € wachsen.
  • Die Laufzeit wirkt stärker als die Höhe der Rate.
  • Renditen sind nicht garantiert, und Schwankungen gehören dazu.
  • Niedrige Kosten und eine mitwachsende Sparrate verbessern das Ergebnis deutlich.

Probier verschiedene Szenarien am besten direkt im Sparplan-Rechner aus, auch mit Dynamik und Startkapital.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.